PARODONTITIS-BEHANDLUNG: KOSTEN UND WAS DIE KASSE ZAHLT
Parodontitis, im Volksmund Parodontose, ist die häufigste Ursache für Zahnverlust bei Erwachsenen. Die gute Nachricht: Seit Juli 2021 zahlt die gesetzliche Krankenkasse die komplette Behandlung, von der Untersuchung bis zur Nachsorge über zwei Jahre. Trotzdem bekommen manche Patienten eine Rechnung. Woher die kommt, was wirklich Kassenleistung ist und mit welchen Beträgen Sie bei den privaten Extras rechnen können, steht hier. (Bei uns steht jeder private Betrag vorher auf dem Papier.)
Was die Kasse seit 2021 zahlt
Am Anfang steht eine Messung, die zu jeder Kontrolle gehört und die die Kasse alle zwei Jahre übernimmt: der Parodontale Screening-Index, kurz PSI. Er zeigt in einer Minute, ob sich zwischen Zahn und Zahnfleisch Taschen gebildet haben. Ab einer Taschentiefe von vier Millimetern beantragen wir die Behandlung bei Ihrer Kasse, das erledigen wir für Sie. Mit der Genehmigung sind diese Schritte Kassenleistung:
- Der vollständige Befund an jedem Zahn, mit Röntgenbild.
- Ein Aufklärungsgespräch und ein Putztraining, denn ohne gute Pflege zu Hause hält kein Ergebnis.
- Die Reinigung der Zahnfleischtaschen unter örtlicher Betäubung, meist in ein bis zwei Sitzungen.
- Die Kontrolle nach drei bis sechs Monaten.
- Bei tiefen Resttaschen ein kleiner chirurgischer Eingriff.
- Die Nachsorge über zwei Jahre, die sogenannte unterstützende Parodontitistherapie (UPT).
Sie zahlen für die eigentliche Behandlung nichts dazu. Privat versichert? Dann läuft die Abrechnung nach der Gebührenordnung, und die meisten Tarife erstatten die Behandlung. Den Kostenplan reichen Sie vorher ein.
Was zahlt die Kasse in Ihrem Fall?
Wählen Sie, was am ehesten zutrifft.
Woher trotzdem eine Rechnung kommen kann
Die Kasse zahlt die Behandlung, aber nur das, was in der Richtlinie steht. Alles andere ist eine private Leistung, die Sie wählen können, aber nicht müssen. Bei uns bekommen Sie dafür vorher einen Kostenplan, und ohne Ihre Unterschrift entsteht nichts.
| Leistung | Wer zahlt | Ihr Anteil Richtwert |
|---|---|---|
| Systematische Parodontitis-Behandlung mit zwei Jahren Nachsorge | Kasse | 0 € |
| Professionelle Zahnreinigung vor der Behandlung oder zwischen den Nachsorge-Terminen | Sie | 80 bis 150 € je Sitzung |
| Nachsorge-Termine über das Maß der Kasse hinaus | Sie | wie eine Zahnreinigung |
| Bakterientest zur Bestimmung der Keime | Sie | 60 bis 150 € |
| Laser oder antibakterielle Verfahren als Ergänzung | Sie | nach Kostenplan |
| Knochenaufbau oder Regeneration beim chirurgischen Teil | Sie | mehrere hundert Euro je Zahn |
Bundesweite Richtwerte, Stand 2026. Ob eine Zusatzleistung bei Ihnen einen Unterschied macht, besprechen wir vorher. Oft reicht die Kassenbehandlung völlig aus.
Die Nachsorge entscheidet über Erfolg oder Rückfall
Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Die Bakterien kommen wieder, deshalb gehört die Nachsorge zur Behandlung wie die Kontrolle des Blutdrucks zur Therapie bei Bluthochdruck. Bei jedem Termin prüfen wir die Mundhygiene, reinigen alle Zähne, messen die Taschen nach und reinigen die Stellen, die wieder tiefer geworden sind. Wie oft die Kasse das zahlt, hängt vom Schweregrad ab, den der Befund festlegt:
- Grad A: bis zu zwei Termine in zwei Jahren.
- Grad B: bis zu vier Termine in zwei Jahren.
- Grad C: bis zu sechs Termine in zwei Jahren.
Nach den zwei Jahren kann die Kasse die Nachsorge bei Bedarf um bis zu sechs Monate verlängern. Danach empfehlen wir, den Rhythmus als professionelle Zahnreinigung beizubehalten. Was die kostet und was die Kasse dazugibt, steht im Ratgeber zur Zahnreinigung. Und wenn sich später neue Taschen bilden, lässt sich eine neue Behandlung beantragen.
Was eine unbehandelte Parodontitis kostet
Das ist die teurere Rechnung. Verlorener Knochen kommt nicht zurück, und ein Zahn, der seinen Halt verliert, braucht irgendwann Ersatz. Eine Brücke oder ein Implantat kosten ein Vielfaches dessen, was die Kasse für die Behandlung ausgibt, und auch mit Festzuschuss bleibt ein Eigenanteil (wie der berechnet wird, zeigt der Ratgeber zur Zahnkrone). Dazu kommt, was man nicht sieht: Die Entzündung belastet den ganzen Körper, bei Diabetes verschlechtert sie die Blutzuckereinstellung. Je früher die Behandlung beginnt, desto mehr bleibt erhalten, und die Behandlung kostet Sie nichts.
So läuft es bei uns in Rheine
Bei uns wird das Zahnfleisch bei jedem Patienten gemessen, auch ohne Beschwerden. Den Antrag bei der Kasse übernehmen wir. Die Reinigung der Taschen machen wir unter örtlicher Betäubung mit Ultraschall und feinen Handinstrumenten, ohne Schnitt und ohne Naht. Die Nachsorge übernehmen unsere zertifizierten Prophylaxe-Mitarbeiterinnen, die Sie über die zwei Jahre begleiten. Wird ein chirurgischer Schritt nötig, bleibt der im Haus bei M. Sc. Daniel Pohlmeyer. Ob bei Ihnen ein Blick aufs Zahnfleisch dringend ist, zeigt der Zahnfleisch-Check auf unserer Seite zur Parodontitis-Behandlung. Und wer lange nicht beim Zahnarzt war: Wir machen keine Vorwürfe, wir fangen einfach an.
Zahnfleischbluten ist kein Schönheitsproblem. Lassen Sie es messen, die Untersuchung dauert Minuten und kostet Sie nichts.
Häufige Fragen
Was kostet die Parodontitis-Behandlung für Kassenpatienten?
Nichts. Seit Juli 2021 zahlt die gesetzliche Kasse Befund, Aufklärung, Putztraining, die Reinigung der Taschen, die Kontrolle, bei Bedarf den chirurgischen Teil und zwei Jahre Nachsorge. Voraussetzung ist ein genehmigter Antrag, den die Praxis stellt. Kosten entstehen nur für Zusatzleistungen, die Sie wählen.
Wie oft zahlt die Kasse die Nachsorge?
Je nach Schweregrad: bei Grad A bis zu zwei Termine, bei Grad B bis zu vier und bei Grad C bis zu sechs Termine in zwei Jahren. Bei Bedarf kann die Kasse die Nachsorge um bis zu sechs Monate verlängern.
Muss ich vor der Behandlung eine Zahnreinigung bezahlen?
Die Kasse verlangt sie nicht. Bei viel Zahnstein und Belägen kann eine professionelle Zahnreinigung vor der Behandlung sinnvoll sein, dann ist sie eine private Leistung von meist 80 bis 150 Euro. Ob sie bei Ihnen nötig ist, sagen wir Ihnen vorher.
Zahlt die Kasse auch den chirurgischen Teil?
Ja. Bleiben nach der ersten Reinigung tiefe Taschen, übernimmt die Kasse den chirurgischen Eingriff. Zusätze wie Knochenersatzmaterial oder regenerative Verfahren sind private Leistungen mit Kostenplan.
Was passiert nach den zwei Jahren Nachsorge?
Bei Bedarf verlängert die Kasse die Nachsorge um bis zu sechs Monate. Danach empfehlen wir, den Rhythmus als professionelle Zahnreinigung fortzuführen. Bilden sich neue Taschen, kann eine neue Behandlung beantragt werden.
Zahlt die Zahnzusatzversicherung die privaten Extras?
Viele Tarife erstatten die professionelle Zahnreinigung und Zusatzleistungen bei der Parodontitis-Behandlung ganz oder zum Teil. Die Versicherung muss bestehen, bevor die Behandlung angeraten wurde.
Ihre Zahnärzte in Rheine
Bei uns wissen Sie, wer Sie behandelt: Dr. Julia Pohlmeyer, Praxisinhaberin mit Zertifizierungen in Ästhetik, Endodontologie und Implantologie, und Daniel Pohlmeyer, M. Sc. Beide nehmen sich Zeit, erklären jeden Schritt und behandeln so schonend wie möglich.
Fragen zu dieser Behandlung? Rufen Sie uns an unter 05971 6334 oder lernen Sie unser Praxisteam kennen.



